Versorgungssystem
SPZ, KJPP & Co.: Wer macht eigentlich was bei ADHS?
9. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit
Wenn bei einem Kind der Verdacht auf ADHS im Raum steht, hören Eltern innerhalb kurzer Zeit eine ganze Reihe von Abkürzungen und Einrichtungen: SPZ, KJPP, Hochschulambulanz, Institutsambulanz, dazu Empfehlungen für Coaches, Heilpraktiker oder das Jugendamt. Kaum jemand erklärt, wer davon eigentlich was macht. Genau diese Landkarte bekommen Sie hier.
Die Kurzfassung vorweg: Die Kinderarztpraxis ist meist der erste Weg und stellt Überweisungen aus. Das SPZ ist die richtige Adresse vor allem für jüngere Kinder und Vorschulkinder, dort arbeiten Ärzt:innen und Psycholog:innen im Team. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJPP) ist ärztlich, für alle Altersgruppen zuständig und die einzige Stelle, die Medikamente verordnen darf. Hochschulambulanzen bieten Diagnostik und Psychotherapie mit einem großen Pool an Therapeut:innen, die unter Supervision arbeiten. Institutsambulanzen an Kliniken machen vor allem Diagnostik und Abklärung, auch für Spezialfragen wie Autismus, aber keine reguläre laufende Therapie. Und die Jugendhilfe über das Jugendamt unterstützt die ganze Familie, etwa mit Familienhilfe oder Erziehungsberatung.
Fast überall gilt: Die Wartezeiten sind lang. Deshalb die wichtigste Regel gleich am Anfang: Sie dürfen und sollten sich an mehreren Stellen gleichzeitig anmelden.
Das Versorgungssystem · Auf einen Blick
Wer macht was?
Sieben Anlaufstellen, sieben Aufgaben. Und eine Regel für alle: Sie dürfen sich an mehreren Stellen gleichzeitig anmelden.
-
KinderarztpraxisKinder- und Jugendärzt:innenErste Einschätzung, Ausschluss körperlicher Ursachen und die Überweisung zu den weiteren Stellen.Erster Schritt
Kennt Ihr Kind meist seit Jahren. -
SPZSozialpädiatrisches Zentrum: Ärzt:innen und Psycholog:innen im Team, oft an (Uni-)KlinikenDiagnostik bei Entwicklungsfragen, besonders für jüngere Kinder und Vorschulkinder.Vorschulkinder
Überweisung nötig, lange Wartezeit. -
KJPP-PraxisFachärzt:innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie (approbiert)Diagnostik und Behandlung aller Altersgruppen, und als Einzige: Medikation.Medikation
Alle Praxen über die KV-Arztsuche (116117.de). -
HochschulambulanzPsychotherapeut:innen, meist in Weiterbildung zur Approbation, unter SupervisionDiagnostik und Psychotherapie mit großem Therapeut:innen-Pool.Großer Pool
Studien zeigen sehr gute Behandlungsqualität. -
InstitutsambulanzMultiprofessionelles Team, meist an einer KlinikDiagnostik und Abklärung komplexer Fragen, auch Autismus-Spezialdiagnostik. Keine reguläre laufende Therapie.Früh anmelden
Anmelden kostet nichts und verpflichtet zu nichts. -
Psychotherapie-PraxisNiedergelassene, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innenDie laufende Psychotherapie: regelmäßige Sitzungen über längere Zeit.Warteliste
Mehrgleisig anfragen lohnt sich. -
Jugendamt & JugendhilfeSozialpädagog:innen, Berater:innen, Familienhelfer:innenUnterstützung für die ganze Familie: Erziehungsberatung, Familientherapie, Familienhilfe.Kostenfrei
Freiwillig, unabhängig von einer Diagnose.
Der erste Schritt: die Kinderarztpraxis
Für die meisten Familien beginnt der Weg bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Das ist auch sinnvoll: Dort kennt man Ihr Kind oft seit Jahren, kann körperliche Ursachen ausschließen (etwa Hör- oder Sehprobleme, Schilddrüse, Schlafstörungen) und die Entwicklung einordnen. Vor allem aber stellt die Kinderarztpraxis die Überweisungen aus, die Sie für viele der folgenden Stellen brauchen, insbesondere für das SPZ.
Manche Kinderarztpraxen haben selbst viel ADHS-Erfahrung und begleiten Familien eng, andere verweisen schnell weiter. Beides ist in Ordnung. Wichtig ist: Lassen Sie sich die Überweisung geben und Ihre Beobachtungen ernst nehmen. Sie kennen Ihr Kind am besten.
Was macht ein SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum)?
Ein Sozialpädiatrisches Zentrum ist eine spezialisierte ambulante Einrichtung, in der Ärzt:innen und Psycholog:innen (oft ergänzt durch weitere Berufsgruppen wie Logopädie oder Ergotherapie) im Team arbeiten. Viele SPZ sind an Kinderkliniken oder Universitätskliniken angebunden, zum Beispiel an einem Uniklinikum.
Das SPZ ist besonders die richtige Adresse für jüngere Kinder und Vorschulkinder: Wenn ein Kind noch nicht in der Schule ist und Fragen zur Entwicklung, Aufmerksamkeit, Sprache oder Motorik im Raum stehen, ist das interdisziplinäre Team des SPZ genau dafür gemacht. Es betrachtet das Kind als Ganzes, nicht nur eine einzelne Diagnose.
Praktisch wichtig: Für das SPZ brauchen Sie eine Überweisung (in der Regel von der Kinderarztpraxis), und die Wartezeiten sind oft lang, häufig mehrere Monate. Melden Sie sich deshalb früh an, auch wenn Sie parallel andere Wege verfolgen.
Was macht die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJPP)?
Kinder- und Jugendpsychiater:innen sind Fachärzt:innen mit Approbation und langjähriger Facharztweiterbildung. Sie diagnostizieren und behandeln psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen, und sie sind die einzige Berufsgruppe, die Medikamente verordnen darf, etwa wenn bei ADHS eine Medikation infrage kommt.
Niedergelassene KJPP-Praxen mit Kassenzulassung finden Sie vollständig in der Arztsuche Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV), bundesweit auch über die Suche auf 116117.de. Dort sind alle zugelassenen Praxen gelistet, mit Adresse und Kontaktdaten. Das ist der verlässlichste Weg, um alle Praxen in Ihrer Region zu finden, statt sich auf einzelne Empfehlungen zu verlassen.
Warum macht die Psychiaterin keine laufende Therapie?
Eine häufige Verwirrung: Viele Eltern erwarten, dass die kinder- und jugendpsychiatrische Praxis nach der Diagnose auch die wöchentliche Psychotherapie übernimmt. In der Regel ist das nicht so. KJPP-Praxen konzentrieren sich meist auf Diagnostik, medizinische Behandlung, Medikamenteneinstellung und begleitende Gespräche in größeren Abständen. Eine laufende Richtlinien-Psychotherapie (also regelmäßige wöchentliche Sitzungen über längere Zeit) bieten sie im Regelfall nicht an, außer im Einzelfall: Das hängt von der Zulassung und der Arbeitsweise der jeweiligen Praxis ab.
Für die laufende Psychotherapie sind in erster Linie niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen und die Hochschulambulanzen zuständig. Beide Wege können und sollten Sie parallel zur KJPP-Anbindung verfolgen.
Was ist eine Hochschulambulanz, und ist die Behandlung dort gut?
Hochschulambulanzen sind Diagnostik- und Behandlungseinrichtungen an Universitäten. Ihr großer Vorteil: Dort arbeitet ein deutlich größerer Pool an Psychotherapeut:innen als in einer einzelnen Praxis. Dadurch bekommen Familien dort oft schneller einen Therapieplatz als bei niedergelassenen Therapeut:innen.
Die Therapeut:innen dort befinden sich meist in der Weiterbildung zur Approbation, also in der letzten, praktischen Phase ihres langen Qualifikationsweges. Das klingt für manche Eltern zunächst nach „Anfänger:in“, ist aber das Gegenteil von schlechter Versorgung: Diese Therapeut:innen haben ein vollständiges Psychologie-Studium hinter sich, arbeiten nach den wissenschaftlich geprüften Standards ihres Ausbildungsinstituts und, das ist der entscheidende Punkt, unter regelmäßiger Supervision: Erfahrene approbierte Therapeut:innen besprechen die Behandlung engmaschig mit, schauen auf jeden Fall und sichern die Qualität. Studien zur Behandlungsqualität in Ausbildungs- und Hochschulambulanzen zeigen sehr gute Ergebnisse, vergleichbar mit denen erfahrener Therapeut:innen.
Die Abrechnung läuft über die gesetzliche Krankenkasse. Auch hier gilt: Wartezeiten einplanen und sich trotzdem früh auf die Liste setzen lassen.
Was ist eine Institutsambulanz?
Institutsambulanzen sind ambulante Einrichtungen, die meist an Kliniken gebunden sind (bei Kindern und Jugendlichen an kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken). Dort arbeitet ein multiprofessionelles Team aus Ärzt:innen, Psycholog:innen und weiteren Fachkräften.
Wichtig für Ihre Erwartung: Institutsambulanzen bieten keine reguläre laufende Psychotherapie an. Ihre Stärke liegt in Diagnostik und Abklärung, gerade auch bei komplexeren Fragestellungen, einschließlich der Spezialdiagnostik für Autismus. Wenn also neben ADHS auch andere Fragen im Raum stehen (etwa eine Autismus-Spektrum-Störung), ist die Institutsambulanz oft die Stelle, die diese Abklärung leisten kann.
Leider sind auch hier die Wartezeiten lang, teilweise deutlich über ein Jahr. Genau deshalb lautet die Empfehlung: Lassen Sie Ihr Kind trotzdem zeitnah dort anbinden. Eine Anmeldung heute bedeutet einen Termin in vielen Monaten. Wer die Anmeldung aufschiebt, verschiebt den Termin um genau diese Zeit nach hinten. Anmelden kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts.
Coach, Heilpraktiker, systemische Beratung, Heilpädagogik: Was dürfen sie?
Rund um ADHS gibt es einen großen Markt an Angeboten außerhalb des medizinischen Systems. Manche davon können Familien wertvoll unterstützen. Wichtig ist nur, die Grenzen zu kennen:
- Coaches dürfen keine Diagnosen stellen und keine Heilbehandlung durchführen. „Coach“ ist kein geschützter Beruf; es gibt keine verbindliche Ausbildung und keine staatliche Prüfung. Ein guter Coach kann bei Alltagsstruktur und Organisation helfen, ersetzt aber weder Diagnostik noch Therapie.
- Heilpraktiker:innen für Psychotherapie haben eine amtsärztliche Überprüfung bestanden, aber kein Studium und keine Approbation. Ihre Befunde sind rechtlich nicht anerkannt: keine Grundlage für Nachteilsausgleich in der Schule, keine Grundlage für Medikation, in der Regel keine Erstattung durch Kassen.
- Systemische Berater:innen arbeiten mit dem Familiensystem und können begleitend sehr hilfreich sein, stellen aber keine anerkannte ADHS-Diagnose.
- Heilpädagog:innen fördern Kinder in ihrer Entwicklung, oft über Frühförderstellen oder im Auftrag der Jugendhilfe. Das ist eine pädagogische Förderung, wertvoll und seriös, aber keine Diagnostik und keine Psychotherapie.
Das entscheidende Unterscheidungsmerkmal ist die Approbation: die staatliche Zulassung nach einem vollständigen Studium, einer mehrjährigen praktischen Ausbildung unter Supervision und einer Staatsprüfung. Sie stellt sicher, dass mit wissenschaftlich geprüften Verfahren diagnostiziert und behandelt wird, und nur approbierte Diagnostik führt zu einem rechtlich anerkannten Befund. Ausführlicher haben wir das im Artikel über Kosten und Erstattung der ADHS-Diagnostik erklärt, inklusive Glossar der Berufsbezeichnungen.
Wann ist das Jugendamt zuständig? Jugendhilfe, Familientherapie, Familienhilfe
Viele Eltern denken beim Jugendamt zuerst an Kontrolle. Tatsächlich ist das Jugendamt vor allem eine Unterstützungsbehörde: Es ist zuständig für die Kinder- und Jugendhilfe, und dazu gehören Leistungen, die ADHS-Familien direkt entlasten können, unabhängig davon, ob schon eine Diagnose vorliegt:
- Erziehungsberatung: kostenfreie Beratung in Erziehungsberatungsstellen, oft auch mit familientherapeutischen Angeboten.
- Familientherapie über die Jugendhilfe: wenn die Belastung die ganze Familie betrifft, kann eine familientherapeutische Unterstützung als Jugendhilfeleistung infrage kommen.
- Sozialpädagogische Familienhilfe: eine Fachkraft kommt regelmäßig in die Familie und unterstützt ganz praktisch im Alltag.
Der Weg dorthin: Sie stellen beim Jugendamt Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung, oder Sie gehen direkt auf eine Erziehungsberatungsstelle zu (das geht ohne Antrag und ohne Jugendamt-Kontakt). Diese Leistungen sind für Familien kostenfrei.
Und wo bekommt mein Kind nun die Therapie?
Die laufende Psychotherapie findet in der Regel bei niedergelassenen approbierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen oder in einer Hochschulambulanz statt. Realistisch bedeutet das: Wartelisten, oft an mehreren Stellen gleichzeitig.
Die gute Nachricht: Die Wartezeit muss keine verlorene Zeit sein. Vieles von dem, was Kindern mit ADHS hilft, läuft über die Eltern und den Alltag, und damit können Sie sofort anfangen. Genau dafür gibt es die Online-Elterngruppe „Gut durch die Wartezeit“. Und wenn die Diagnostik selbst der Engpass ist: Eine private ADHS-Diagnostik kann die Wartezeit auf Klarheit deutlich verkürzen.
Häufige Fragen
Wo melde ich mein Kind zuerst an? Starten Sie bei der Kinderarztpraxis (Einschätzung plus Überweisung) und melden Sie sich parallel dort an, wo es für Ihr Kind passt: SPZ (besonders bei Vorschulkindern), KJPP-Praxis, Hochschulambulanz. Mehrgleisigkeit ist ausdrücklich erlaubt und sinnvoll.
Brauche ich eine Überweisung? Für das SPZ ja. Für niedergelassene Psychotherapeut:innen und Hochschulambulanzen brauchen Sie keine Überweisung, Sie können direkt anrufen. Für die KJPP-Praxis ist eine Überweisung nicht zwingend, aber oft hilfreich.
Darf ich mich an mehreren Stellen gleichzeitig anmelden? Ja. Das ist keine Unhöflichkeit, sondern angesichts der Wartezeiten die einzig vernünftige Strategie. Wenn Sie einen Platz bekommen, sagen Sie den anderen Stellen einfach ab; darüber freuen sich die nächsten Familien auf der Liste.
Mein Kind ist noch im Kindergarten. Wohin gehen wir? Für Vorschulkinder ist das SPZ meist die beste erste Adresse: Das interdisziplinäre Team aus Ärzt:innen und Psycholog:innen ist auf Entwicklungsfragen in diesem Alter spezialisiert.
Wer darf Medikamente verordnen? Nur Ärzt:innen, bei ADHS in der Regel die Kinder- und Jugendpsychiater:in, teils in Absprache mit der Kinderarztpraxis. Psychotherapeut:innen, Coaches und Heilpraktiker dürfen das nicht.
Ist die Behandlung in der Hochschulambulanz schlechter, weil dort Therapeut:innen in Weiterbildung arbeiten? Nein. Die Therapeut:innen haben ein vollständiges Studium abgeschlossen und arbeiten unter engmaschiger Supervision erfahrener approbierter Kolleg:innen. Studien zeigen sehr gute Behandlungsergebnisse in diesen Ambulanzen.
Was macht die Institutsambulanz, was andere nicht machen? Vor allem Diagnostik und Abklärung komplexerer Fragestellungen, einschließlich Autismus-Spezialdiagnostik, im multiprofessionellen Klinikteam. Reguläre laufende Psychotherapie gehört nicht zu ihrem Auftrag.
Die Wartezeiten sind überall lang. Was mache ich in der Zwischenzeit? Anmelden, dranbleiben (alle paar Wochen freundlich nachfragen) und die Zeit aktiv nutzen: Elternwissen aufbauen, Alltag entlasten, Schule einbinden. Genau dabei unterstützt die Online-Elterngruppe.
Ist das Jugendamt nicht riskant für uns als Familie? Diese Sorge ist verbreitet, aber unbegründet, wenn Sie selbst Unterstützung suchen: Hilfen zur Erziehung sind freiwillige Leistungen auf Ihren Antrag hin. Wer möchte, kann auch direkt und ohne Jugendamt eine Erziehungsberatungsstelle aufsuchen.
Wer stellt den Bericht für den Nachteilsausgleich in der Schule aus? Approbierte Fachpersonen: Kinder- und Jugendpsychiater:innen, approbierte Psychotherapeut:innen, SPZ oder Institutsambulanz. Befunde von Coaches oder Heilpraktikern werden von Schulen in der Regel nicht anerkannt. Eine leitliniennahe ADHS-Diagnostik für Kinder biete ich in der Psychotherapeutischen Praxis Dorka in Tübingen an.
Glossar: Die Anlaufstellen im Überblick
SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) Spezialisierte ambulante Einrichtung mit Ärzt:innen und Psycholog:innen im Team, oft an Kinder- oder Universitätskliniken. Diagnostik und Behandlungsplanung bei Entwicklungsfragen, besonders geeignet für jüngere Kinder und Vorschulkinder. Überweisung erforderlich.
KJPP (Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie) Fachärztliche Disziplin. Niedergelassene KJPP-Praxen diagnostizieren und behandeln alle Altersgruppen und dürfen als Einzige Medikamente verordnen. Vollständig zu finden über die Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung (116117.de).
Hochschulambulanz Diagnostik- und Therapieeinrichtung an einer Universität, mit großem Pool an Psychotherapeut:innen, meist in Weiterbildung zur Approbation und unter Supervision. Rechnet über die gesetzliche Kasse ab.
Institutsambulanz Ambulanz einer (kinder- und jugendpsychiatrischen) Klinik. Multiprofessionelle Diagnostik und Abklärung, auch Spezialdiagnostik wie Autismus. Keine reguläre laufende Psychotherapie. Frühe Anmeldung empfohlen.
Approbierte:r Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in (KJP) Psychotherapeut:in mit staatlicher Zulassung (Approbation) nach Studium, mehrjähriger praktischer Ausbildung unter Supervision und Staatsprüfung. Führt die laufende Psychotherapie durch; der Befund ist rechtlich anerkannt.
Heilpädagog:in Pädagogische Fachkraft für Entwicklungsförderung, oft über Frühförderstellen oder die Jugendhilfe. Wertvolle Förderung, aber keine Diagnostik und keine Psychotherapie.
Jugendamt / Jugendhilfe Zuständig für unterstützende Leistungen für Familien: Erziehungsberatung, Familientherapie, Sozialpädagogische Familienhilfe. Freiwillig, auf Antrag der Eltern, für Familien kostenfrei.
Erziehungsberatungsstelle Kostenfreie Beratungsstelle für Eltern und Familien, direkt und ohne Antrag zugänglich. Träger sind Kommunen, Kirchen oder Wohlfahrtsverbände.
Stand: Juli 2026. Dieser Artikel beschreibt das Versorgungssystem in Deutschland in allgemeiner Form. Zuständigkeiten, Altersgrenzen und Wartezeiten unterscheiden sich regional und von Einrichtung zu Einrichtung; maßgeblich ist immer die Auskunft der jeweiligen Stelle.
Sie stehen mit Ihrer Familie gerade am Anfang dieses Weges, und die Wartezeiten fühlen sich endlos an? In der Online-Elterngruppe „Gut durch die Wartezeit“ machen wir aus dem Warten gestaltbare Zeit: 4 Termine à 90 Minuten in kleiner Gruppe, mit allem, was Sie jetzt schon für Ihr Kind tun können.
Zur Online-ElterngruppeÜber die Autorin
Geschrieben von Ana-Maria Dorka, klinischer Psychologin und approbierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit über zehn Jahren klinischer und ambulanter Erfahrung, Schwerpunkt ADHS, Neurodiversität und Entwicklung. Sie führt den ADHS-Kompass (Elternberatung online deutschlandweit, Kurse) und die Psychotherapeutische Praxis Dorka in Tübingen (ADHS-Diagnostik und Psychotherapie vor Ort). Mehr über mich · LinkedIn
Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine individuelle Diagnostik, Behandlung oder Rechts- bzw. Abrechnungsberatung. Woher meine Informationen stammen